Wie man auf dem iPhone Text durchstreicht
Notizen hat einen echten Durchstreichen-Knopf, der aber in Notizen bleibt. In Nachrichten, Instagram oder WhatsApp entsteht der Strich stattdessen aus einem eigenen Unicode-Zeichen, und das verändert, wie man ihn bearbeitet und wie er ankommt.
Es gibt genau eine Stelle auf dem iPhone mit einem echten Durchstreichen-Knopf, und meistens ist es nicht die, die gebraucht wird, wenn danach gesucht wird. Einen Scherz in einer Nachricht durchstreichen, den alten Preis in einer Kleinanzeige, eine erledigte Aufgabe in einer Bildunterschrift — das läuft auf einem völlig anderen Weg, und der Unterschied erklärt auch, warum das Löschen danach manchmal einen Tipp extra kostet.
Der einzige eingebaute Knopf: Notizen
Notizen öffnen, Text markieren, dann auf das „Aa“-Symbol über der Tastatur tippen. Neben Titel, Überschrift und Fließtext stehen dort Zeichenstile — Fett, Kursiv, Unterstrichen und Durchgestrichen gehören dazu. Ein Tipp darauf, und der markierte Text bekommt einen echten Strich, gespeichert als Formatierung, die an diesem Text hängt — dasselbe Prinzip wie Fettdruck in einer Textverarbeitung.
Diese Formatierung gehört der Notiz. Den durchgestrichenen Satz kopieren und in Nachrichten, Instagram oder eine E-Mail einfügen, und in den meisten Fällen übersteht der Strich den Umzug nicht — es kommen nur die Wörter an. Der Stil war nie Teil des Textes selbst, sondern eine Eigenschaft, die Notizen daneben gespeichert hat.
Warum Nachrichten, Instagram oder WhatsApp nicht denselben Knopf haben
Keine dieser Apps speichert formatierten Text. Eine Nachricht, eine Bildunterschrift, eine Bio ist eine Zeichenkette und sonst nichts — es gibt keine eigene Ebene, die sagt „dieser Teil ist durchgestrichen“, so wie es eine Notiz oder ein Pages-Dokument hat. Damit ein Strich das Tippen in einer dieser Apps übersteht, kann er also kein Stil sein. Er muss aus den Zeichen selbst gebaut werden.
Wie die Unicode-Variante funktioniert
Unicode hat ein Zeichen namens COMBINING LONG STROKE OVERLAY. Für sich allein tut es nichts — es ist dafür gedacht, sich an das vorangehende Zeichen zu hängen und eine Linie darüber zu ziehen. Ein Durchstreichen-Generator, oder eine Tastatur mit einem entsprechenden Stil, geht den getippten Text durch und fügt nach jedem einzelnen Buchstaben eine Kopie dieses Zeichens ein. Ein durchgestrichenes „storniert“ besteht deshalb in Wirklichkeit aus achtzehn Zeichen für neun sichtbare: ein kombinierendes Zeichen pro Buchstabe, oben aufgesetzt.
Das ist ein anderer Mechanismus als bei fettem oder kursivem Schmucktext, der jeden Buchstaben durch ein eigenes, ähnlich aussehendes Zeichen ersetzt und deshalb an manchen Stellen die Buchstaben ausgehen — Kapitälchen haben zum Beispiel kein Q. Einem kombinierenden Zeichen kann dagegen nichts ausgehen: Es hängt sich an jedes beliebige Zeichen, an Umlaute, Ziffern, Satzzeichen, sogar an ein Emoji, weshalb Durchstreichen nicht dieselben Lücken hat wie andere Schmuckstile.
Was das kostet
- Länge: Jedes sichtbare Zeichen ist eigentlich zwei, deshalb füllt eine Bildunterschrift mit strikter Zeichenbegrenzung sich fast doppelt so schnell wie derselbe Text ohne Durchstreichen.
- Bearbeiten: Weil ein durchgestrichener Buchstabe aus einem Grundzeichen plus einem eigenen kombinierenden Zeichen besteht, entfernt Löschen nicht immer beide auf einmal — manche Apps nehmen zuerst den Strich weg und lassen den nackten Buchstaben stehen, andere löschen beide zusammen. Das hängt davon ab, wie diese eine App Zeichen beim Bearbeiten gruppiert, nicht davon, dass etwas falsch gemacht wurde.
- Zustellung: Kombinierende Zeichen zu stapeln ist auch die Methode hinter „Glitch“- oder Zalgo-Text, und manche Plattformen filtern oder kürzen solche Reihen. Ein durchgestrichener Satz, der auf dem eigenen Bildschirm einwandfrei aussieht, kann anderswo gekürzt oder ohne den Strich ankommen.
- Screenreader: Die meisten sagen den Strich gar nicht an — sie lesen die Buchstaben vor und überspringen das kombinierende Zeichen, sodass die Bedeutung „durchgestrichen“ rein optisch bleibt. Wenn diese Bedeutung wichtig ist (ein korrigierter Preis, ein Scherz, der davon lebt, dass man sieht, was gestrichen wurde), lohnt es sich, das unformatierte Wort zusätzlich danebenzustellen.
Wo Kibo dazu passt
Kibo führt Durchgestrichen als einen seiner zahlreiche Schmuckschrift-Stile, angewendet direkt beim Tippen statt über einen separaten Generator zum Kopieren. Es steht neben Fett, Kursiv, Script, Eingekreist und den übrigen, und wie die anderen 11 funktioniert es mit ausgeschaltetem Vollzugriff.
Häufige Fragen
Funktioniert Unicode-Durchstreichen in Instagram-Bios, TikTok-Bildunterschriften oder WhatsApp?
Ja — weil es aus gewöhnlichen Zeichen besteht und nicht aus einem Formatierungsstil, reist es überallhin, wo auch reiner Text ankommt. Das ist das Gegenteil des Durchstreichens in der App Notizen, das echte Formatierung ist und in Notizen bleibt, sofern die App, in die man einfügt, nicht ebenfalls formatierten Text liest.
Warum braucht es manchmal zwei Löschtipps pro durchgestrichenem Buchstaben?
Jeder durchgestrichene Buchstabe besteht eigentlich aus zwei Zeichen: dem Buchstaben selbst und dem Zeichen, das den Strich darüberzieht. Je nachdem, wie eine App Zeichen beim Bearbeiten gruppiert, entfernt Löschen beide zusammen oder einzeln nacheinander — daher das Gefühl, Strich und Buchstabe würden getrennt gelöscht.
Gibt es echtes Durchstreichen außerhalb der App Notizen?
Ein paar Apps mit echter Dokumentformatierung — Pages allen voran — bieten es ebenfalls an, aber mit derselben Grenze: Es ist Formatierung, die an diesem Dokument hängt, nicht am Text selbst, und übersteht deshalb nicht das Kopieren in ein reines Textfeld wie Nachrichten oder ein soziales Netzwerk.
Auf der eigenen Tastatur ausprobieren
Kibo ist eine kostenlose Tastatur für das iPhone mit echten mechanischen Tastentönen, Themes zur Auswahl und RGB-Lichteffekten. Ohne Konto, ohne Werbung — und sie funktioniert mit ausgeschaltetem Vollzugriff.