Warum Tastaturbuchstaben beim Sprachwechsel die Plätze tauschen
AZERTY, QWERTZ und ЙЦУКЕН sind nicht die QWERTY-Tastatur mit ein paar zusätzlichen Akzenten — sie verschieben die Buchstaben selbst. Was sich wirklich ändert, warum, und wie sich das vom Akzent-Menü per langem Druck unterscheidet.
Man fügt die französische Tastatur hinzu, in der Hoffnung auf einen einfacheren Weg zu é und à, tippt mit der Globustaste dorthin und will ein ganz gewöhnliches Wort tippen — und ein halbes Dutzend Buchstaben landen woanders. Nichts ist kaputt. Die französische Tastatur ist nicht die englische mit ein paar aufgesetzten Akzenten. Es ist eine andere Anordnung derselben sechsundzwanzig Buchstaben, und das ist seit weit über hundert Jahren so.
Das ist eine andere Anordnung, keine zusätzlichen Buchstaben auf derselben
Es liegt nahe anzunehmen, eine Sprachtastatur sei die gewohnte QWERTY-Tastatur mit ein paar irgendwo hineingequetschten Akzentzeichen. Das stimmt nicht. Einen Buchstaben auf der englischen Tastatur gedrückt halten lässt eine akzentuierte Variante darüber erscheinen, ohne sonst etwas zu verschieben — dieser Griff wird im Ratgeber zum Tippen akzentuierter Buchstaben erklärt. Der Wechsel zur eigenen Tastatur einer Sprache ist ein anderer Mechanismus: Er tauscht das gesamte Tastenlayout aus, einschließlich der Position der einfachen, unakzentuierten Buchstaben.
Drei Beispiele
AZERTY — Französisch
A und Q tauschen die Plätze, ebenso Z und W. Das M wandert vom Ende der unteren Reihe an das Ende der mittleren Reihe. Auf der Bildschirmtastatur sitzen akzentuierte Buchstaben wie é, è, ç und à direkt in der oberen Reihe als eigene Tasten — derselben Reihe, die auf der englischen Tastatur einfache Buchstaben trägt — statt hinter langem Drücken versteckt zu sein.
QWERTZ — Deutsch und Mitteleuropa
Y und Z tauschen schlicht die Plätze. Der meistgenannte Grund ist die Buchstabenhäufigkeit: Z kommt im Deutschen ständig vor — zu, jetzt, zwischen —, während Y selten ist, fast umgekehrt wie im Englischen. Ü, Ö und Ä bekommen eigene Tasten, statt hinter dem Menü für langes Drücken zu stecken.
ЙЦУКЕН — Russisch
Diese hier ist überhaupt kein umetikettiertes QWERTY. Es ist eine völlig eigenständige Anordnung, von Grund auf für das kyrillische Alphabet und die Buchstabenhäufigkeit des Russischen gebaut, sodass ein Vergleich Taste für Taste mit einer lateinischen Tastatur wenig Sinn ergibt — sie wurde nie von einer abgeleitet.
Warum die Buchstaben wandern, statt nur Akzente dazuzubekommen
Diese Layouts gehen auf mechanische Schreibmaschinen zurück, jedes angepasst an die Buchstaben und Buchstabenpaare, die in genau dieser Sprache am häufigsten vorkommen, statt dieselben Tastenpositionen einfach umetikettiert zu lassen. Französisch stützt sich stark auf das A; Englisch bei Weitem nicht in demselben Ausmaß. Deutsch nutzt das Z ständig und das Y fast nie. Ein Layout, das auf die Buchstabenhäufigkeit des Englischen zugeschnitten war, würde nie gut zu einer anderen Sprache passen — deshalb bekam jede Sprache ihre eigene Anordnung statt derselben, nur übersetzten Tastenbeschriftungen.
Wie sich das auf dem iPhone zeigt
Einstellungen → Allgemein → Tastatur → Tastaturen → Neue Tastatur hinzufügen, dann die Sprache wählen. Manche Sprachen bieten dabei gleich eine Layoutwahl an — Französisch gibt AZERTY oder QWERTY, Russisch gibt ЙЦУКЕН —, und man kann das später ändern, indem man diese Tastatur erneut in der Liste antippt.
Die Globustaste tauscht das gesamte Layout auf einmal aus, nicht nur das dahinterliegende Wörterbuch für die Autokorrektur. Das verlangt dem Tipp-Muskelgedächtnis mehr ab als der Wechsel zu einer Tastatur, die zufällig dieselbe Buchstabenreihenfolge wie Englisch hat, denn die Finger müssen neu lernen, wo mehrere Buchstaben tatsächlich sitzen, statt nur ein anderes Wörterbuch unter denselben Tasten zu akzeptieren.
Wo Kibo dabei ansetzt
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Häufige Fragen
Ist AZERTY einfach nur QWERTY mit zusätzlichen Akzenten?
Nein. Auch die einfachen Buchstaben tauschen die Position — A und Q wechseln, ebenso Z und W, und M wandert in eine andere Reihe. Es ist ein wirklich anderes Layout, nicht die englische Tastatur mit hineingequetschten Akzentzeichen.
Warum tauschen Französisch und Deutsch unterschiedliche Buchstaben untereinander?
Jedes Layout wurde an die häufigsten Buchstaben genau dieser Sprache angepasst. Französisch stützt sich weit stärker auf das A als Englisch; Deutsch nutzt das Z ständig und das Y selten. Zwei Sprachen mit unterschiedlichen Problemen landeten bei zwei unterschiedlichen Lösungen.
Ändert der Wechsel zu einer Sprachtastatur außer den Buchstaben auch die Autokorrektur?
Ja. Jede Tastatur trägt ihr eigenes Wörterbuch, daher wechselt iOS die gesamte Autokorrektur- und Vorschlagskette in dem Moment, in dem man mit der Globustaste die Tastatur wechselt — zusätzlich zur veränderten Anordnung selbst.
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