Warum schlägt die iPhone-Autokorrektur Wörter in der falschen Sprache vor?
Autokorrektur und Textvorhersage richten sich nach der gerade aktiven Tastatur, nicht nach den Wörtern, die man tippt — deshalb taucht mitten in einem fremdsprachigen Satz ein englischer Vorschlag auf. Was das wirklich verursacht und wie man es abstellt.
Man schreibt eine Nachricht auf Spanisch, Französisch oder Deutsch, und die Vorschlagsleiste bietet plötzlich ein englisches Wort an — manchmal wird sogar ein völlig korrektes Wort unterstrichen, als wäre es ein Tippfehler. Es fühlt sich an, als hätte das Telefon vergessen, in welcher Sprache man schreibt. Das ist es nicht. iOS liest den Satz nicht mit, um die Sprache zu erkennen; es schaut, welche Tastatur gerade eingeschaltet ist, und richtet die Vorschläge nach deren Wörterbuch aus, egal was tatsächlich hineingetippt wird.
Die Vorhersage folgt der Tastatur, nicht dem Satz
Jede Tastatur, die man unter Einstellungen hinzufügt — Englisch, Spanisch, Deutsch, egal welche —, bringt ihr eigenes Wörterbuch, eigene Korrekturregeln und eine eigene Häufigkeitsliste mit. Aktiv ist immer nur eines dieser Wörterbücher: das der Tastatur, die gerade den Fokus hat, festgelegt beim letzten Tippen oder Halten der Globus-Taste. iOS schaut dabei nie auf die Wörter am Bildschirm. Es schaut nur, welche Tastatur geladen ist.
Deshalb ist das Tippen eines spanischen Satzes auf der englischen Tastatur von Anfang an ein verlorener Kampf: korrekte spanische Wörter werden unterstrichen, die Autokorrektur schiebt sie Richtung nächstliegendem englischen Wort, und die Vorschlagsleiste bietet englische Kandidaten an, weil sie auf nichts anderes eingestellt ist. Es ist nichts falsch konfiguriert. Die englische Tastatur tut genau das, was eine englische Tastatur tut — sie ist nur gerade nicht die, die aktiv sein sollte.
Apples einzige Ausnahme — und sie ist eng begrenzt
iOS besitzt eine Funktion, mit der eine einzelne Tastatur zwei verwandte Sprachen gleichzeitig versteht und Vorschläge aus beiden liefert, ohne dass man die Globus-Taste anfasst — so schreiben manche Leute Englisch und Spanisch, oder Englisch und Französisch, direkt hintereinander. Das funktioniert nur für eine kleine Auswahl an Sprachpaaren, die Apple fest eingebaut hat, und ausschließlich innerhalb von Apples eigener Tastatur. Eine Tastatur von Drittanbietern kann sich dort nicht einklinken — die Funktion steckt vollständig in Apples Tastatur-Erweiterung, sodass jede Tastatur, die Sprachen selbst verwaltet, das gleiche Problem auf ihre eigene Art lösen muss.
Was den falschsprachigen Vorschlag wirklich auslöst
- Die Sprache wurde durch Tippen gewechselt, nicht über die Globus-Taste — das Wörterbuch hat sich nie verändert und bietet weiterhin Wörter der vorherigen Sprache an.
- Ein kurzer, gemischtsprachiger Satz — ein Markenname, ein Lehnwort, ein Eigenname — ähnelt einem Wort im aktiven Wörterbuch nah genug, dass die Autokorrektur es dorthin „berichtigt“, statt es in Ruhe zu lassen.
- Die Tastaturliste enthält mehr Sprachen, als gerade gebraucht werden, und die Globus-Taste ist eine Tastatur zu früh oder zu spät gelandet.
- Eine Tastatur, die mehrere Sprachen intern verwaltet, steht noch auf der zuletzt genutzten Sprache, nicht auf der, die als Nächstes getippt werden soll — dieselbe Regel, nur eine Ebene tiefer.
Was wirklich hilft
- Die Tastatur vor dem Tippen in der anderen Sprache wechseln, nicht mittendrin — die Globus-Taste ändert das Wörterbuch sofort, aber nur für Text, der nach dem Wechsel getippt wird.
- Bei zwei ständig genutzten Sprachen prüfen, ob Apples mehrsprachige Eingabe genau dieses Sprachpaar unterstützt — dann entfällt der Wechselschritt für diese Sprachen ganz.
- Die Tastaturliste auf die tatsächlich genutzten Sprachen kürzen. Einstellungen → Allgemein → Tastatur → Tastaturen → Bearbeiten entfernt den Rest, was den Globus-Zyklus verkürzt und die Trefferquote erhöht.
- Die Liste so sortieren, dass die zwei meistgenutzten Sprachen nebeneinanderstehen — Bearbeiten auf demselben Bildschirm, dann ziehen. Ein einzelner Tipp wird wieder zuverlässig, sobald die gewünschte Tastatur nur einen statt drei Schritte entfernt ist.
Wo Kibo dazu passt
Kibo bringt 30 Eingabesprachen in einer einzigen Tastatur unter statt einer iOS-Tastatur pro Sprache, und dieselbe Regel gilt eine Ebene tiefer: Autokorrektur und Vorhersage richten sich nach der Sprache, bei der man mit der Globus-Taste zuletzt gelandet ist. Ein Tipp blättert nur durch die aktivierten Sprachen, mit einer kurzen Einblendung, die die jeweils erreichte Sprache benennt — so lässt sich das vor dem Tippen kurz prüfen, statt es erst an einem falschen Vorschlag zu bemerken.
Häufige Fragen
Warum schlägt meine Tastatur ein englisches Wort vor, wenn ich in einer anderen Sprache tippe?
Autokorrektur und Vorhersage richten sich nach der aktiven Tastatur, nicht nach den Wörtern am Bildschirm. Steht die aktive Tastatur noch auf Englisch, bietet sie weiterhin englische Wörter an, egal in welcher Sprache getippt wird.
Kann das iPhone zwei Sprachen gleichzeitig verstehen, ohne die Tastatur zu wechseln?
Für eine kleine Auswahl an Sprachpaaren ja — Apples eigene Tastatur hat einen mehrsprachigen Modus, der zwischen zwei Sprachen vorhersagt, ohne die Globus-Taste zu benutzen. Das funktioniert nur innerhalb von Apples Tastatur und nur für die Paare, die Apple unterstützt.
Verlangsamt häufiges Sprachwechseln die Tastatur?
Nein. Ein anderes Wörterbuch zu laden geht sofort — beim Wechsel wird nichts heruntergeladen oder entschlüsselt, sodass auch häufiges Wechseln innerhalb eines Satzes keine Zeit kostet.
Auf der eigenen Tastatur ausprobieren
Kibo ist eine kostenlose Tastatur für das iPhone mit echten mechanischen Tastentönen, Themes zur Auswahl und RGB-Lichteffekten. Ohne Konto, ohne Werbung — und sie funktioniert mit ausgeschaltetem Vollzugriff.